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Nach dem Beben

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Am 24. August 2016 wurde Amatrice von einem schweren Erdbeben erschüttert. 

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299 Menschen starben.

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Die Fahrt über den vom Schutt befreiten Corso Umberto von Amatrice ist nur mit Sondergenehmigung möglich. 

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Vincenzo Oddi leitet die Aufräumarbeiten im Sperrgebiet. Drei Stunden nach dem Beben war er mit seinen Männern vor Ort.

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Amatrice ist eine Gemeinde, die aus insgesamt 69 Dörfern besteht. Sie liegt in der RegionLatium, 138 Kilometer nordöstlich von Rom.

Seit dem schweren Beben am 24. August 2016 hört die Erde der Region nicht auf zu beben. Am 30. Oktober 2016 gab es ein zweites starkes Beben, am 18. Januar 2017 eine Erdbebenserie mit Amatrice als Epizentrum.

Von den 2500 Einwohnern leben nur noch 600 in Amatrice.



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Saftige Wiesen, üppige Vegetation, rauhe Bergwelt.
Die Katastrophe
ereignete sich inmitten einer landschaftlichen Idylle.

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Der Nationalpark Gran Sasso zog viele Touristen an. Seit die Gegend menschenleer ist, durchstreifen Wildschweine die verlassenen Dörfer. Die Natur holt sich zurück, was der
Mensch nicht mehr beackert.

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Nando Bonanni besitzt ein Ausflugslokal direkt an der Straße nach Amatrice. Es ist stark beschädigt. 

Vor dem Erdbeben lebte die ganze Familie
unter einem Dach: drei Generationen.

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Nandos Sohn ist mit seiner Familie in einem Hotel an der Küste untergekommen. Der Landwirt harrt jetzt allein hier oben aus. Die Tiere sind das einzige, was ihm geblieben ist.

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Sergio Pirozzi ärgert die endlose Bürokratie beim Wiederaufbau.


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Das Thema in Amatrice sind die Fertighäuser,
die nur sehr langsam fertig werden.

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Die alten Häuser waren groß. 
Fast nichts ist von ihnen geblieben.

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Und fast jeder im Dorf hat einen
geliebten Menschen verloren.

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Anna D`Adamo und ihr Mann warten auf ein neues, provisorisches Zuhause. Die Regierung hatte diese
bereits für Ostern versprochen.

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Die meisten der obdachlos gewordenen Bewohner von Amatrice wohnen in Hotels in San Benedetto del Tronto an der Adriaküste.

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Viel können sie hier nicht tun. 
Warten. Hoffen. Bangen. 

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Die Männer spielen Karten.
So wie sie es früher in ihren Dörfern taten.

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Antonio Fontanella hatte ein Geschäft
in prominenter Lage am Corso Umberto,
der Flaniermeile von Amatrice.

Nichts ist davon geblieben.

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Die Turmuhr von Amatrice blieb um 3.38 Uhr stehen.
Sie wurde zu einem Mahnmal für die Katastrophe.
 

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Giambattista Paganelli hat durch das Erdbeben
seinen Job verloren. Er will nicht wieder zurück.

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Das Hotelleben ist eintönig. Frühstück um acht,
Mittagessen um eins, Abendessen um sieben.

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Eine reparierte Brücke wird eingeweiht.

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Dafür ist hoher Besuch aus Rom gekommen. Der Bürgermeister lächelt gequält.


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Im Dorf wird unterdessen weiter improvisiert.

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Und an die Zeit zurückgedacht, als Amatrice noch nicht zerstört war. Wunderbar gelegen auf einem Felsplateau. Mit einem der schönsten historischen Ortskerne Italiens. 

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Fabio Magnifici hielten viele für verrückt, als er nach dem Erdbeben eine Bar im zerstörten Amatrice eröffnete. 

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Sie trägt den schönen Namen "Rinascimento".
 Auf deutsch heißt das Wiedergeburt.

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Nur wenige Viertel der Gemeinde sind heil geblieben.

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Hier kocht der Staat - ein Restaurant gibt es nicht.

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Und genau wie im Hotel an der Adriaküste heißt es
auch hier oben: Warten. Bangen. Hoffen.

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Zum Beispiel auf das neue Gewerbegebiet.

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Und weitere Fertighäuser.
Die ersten werden endlich bezogen.

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Doch das Beben - die verletzte Erde -  ist noch allgegenwärtig.

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