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Mehr als ein Mord

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Der 20-jährige Asylbewerber Khaled Idris Bahray überlebt die Flucht aus Eritrea. Vier Monate nach seiner Ankunft wird er im Januar 2015 in Dresden ermordet. Der Fall hat die Journalistin Jenni Roth nicht losgelassen.

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Folge 1: Offene Fragen

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Für die Autorin Jenni Roth sind nach der vermeintlichen "Klärung des Falls" noch Fragen offengeblieben: Mord wegen Streit bei der Haushaltsführung – was hat es damit auf sich? Welches Bild ergibt sich, wenn man sich selbst auf Spurensuche begibt? Wie unvoreingenommen kann man sein?

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Jenni Roth: "Ich versuche zu verstehen, wer Khaled war, wir er gelebt hat an diesem Ort. Nur zwei Tage vor dem Mord hatte sein Sozialbetreuer noch Anzeige erstattet, weil Hakenkreuze an Khaleds Wohnungstür geschmiert worden waren. Und dann fand ausgerechnet am Mordabend die bislang größte Pegida-Demo statt. Ich will einfach wissen, was wirklich passiert ist an diesem Montagabend im Januar und danach."

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Khaled Idris Bahray wird in Keren, Eritrea geboren. Sein Vater stirbt, als er noch Kleinkind ist. Er flüchtet mit seiner Mutter und der Schwester in den Sudan, will Automechaniker werden - doch es gibt keine Perspektive. Die letzte Hoffnung: Europa. Gemeinsam mit seinem Cousin durchquert er die Sahara, wir in Libyen festgenommen und muss sich für viel Geld freikaufen. Die Flucht geht weiter über das Mittelmeer nach Italien. Sein Cousin schafft die Reise mit dem kleinen Boot nicht, er ertrinkt. Im August 2014 erreicht Khaled endlich Deutschland.

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Im Erstaufnahmelager in München kann er nicht bleiben. Sein Weg führt ihn weiter über Chemnitz nach Schneeberg in die "Dezentrale Unterbringung". Man teilt ihm eine Wohnung in Dresden zu, wo er mit sieben weiteren Flüchtlingen wohnt. Dort bleiben möchten sie nicht. Von Anfang an fühlen sich die jungen Männer nicht willkommen. Beschimpfungen und Bedrohungen von rechtsradikalen Gruppen sind Alltag. Nur drei Tage vor dem Mord an Khaled Idris Bahray werden Hakenkreuze an der Wohnungstür entdeckt.

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Folge 2: Zwei Männer aus Eritrea

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Jenni Roth trifft auf zwei Männer, die ihr weiterhelfen könnten: Ihren Guide durch die eritreische Community und Sami, der sowohl das Opfer als auch den Täter kannte. Und sie erkennt, dass man sich diesem Thema nicht immer mit deutscher Effizienz annähern kann.

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Sami und Khaled verbrachten viel Zeit miteinander. Sie besuchten sich, blieben auch mal über Nacht in der andern WG. Bis zu diesem Montag im Januar.

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Nach der Tat regen sich Proteste. In Dresden und Berlin fordern Demonstranten, den Fall umfassend aufzuklären. Versuchen die Behörden etwas zu vertuschen?


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Folge 3: Sackgassen

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Die Hintergründe der Tat bleiben auch in der dritten Folge rätselhaft. Die eritreische Community entzieht sich, gibt sich verschlossen. Dass die Behörden eine rassistische Tat zu vertuschen versuchen, klingt ebenso absurd wie das angebliche Mordmotiv "Haushaltsstreit".

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Jenni Roth: "Wenn schon der Betreuer psychologische Hilfe braucht, wie erging es dann den Flüchtlingen in der WG? War Hassan traumatisiert? Laut psychiatrischem Gutachten gilt er als 'zurechnungsfähig'. Aber was wissen die Ermittler über ihn: Sein Leben in Afrika. Warum er dort weg wollte. Was er auf der Flucht erlebt hat. Wie es ihm in Dresden-Leubnitz gegangen ist, ohne Freunde, ohne Familie. Warum er Khaled mit einem Messer erstochen haben soll."


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Folge 4: Asylpraxis in Deutschland

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Sie lassen alles Vertraute hinter sich, begehen mit dem ersten Schritt auf europäischen Boden eine Straftat und kämpfen darum, in einem langen Marsch, in Deutschland bleiben zu dürfen? Stimmen die "Koordinaten" der deutschen Behörden, wenn sie den Tatverdächtigen als "zurechnungsfähig" einstufen? Behörden, Medien, Eritreer, die unserem Rechtsstaat misstrauen – ein Dickicht aus Widersprüchen, das nicht leicht zu durchschauen ist.

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Folge 5: Prozessauftakt

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Nach fast acht Monaten in der Untersuchungshaft kommt Hassan vor Gericht.

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Folge 6: Endstation Dresden

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Es kommen unzählige Flüchtlinge - auch Eritreer - im "Zug der Hoffnung" über München in Dresden an. Am Bahnhof: Bilder von Menschen, die es geschafft haben. Kaputt sind, aber auch erleichtert. Auch Khaled kam auch im Zug an, im Juli 2014, in München. Er hatte geschafft, wovon viele seiner Landsleute träumen: endlich Deutschland, endlich Sicherheit. Und dann endete seine Reise hier.

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Folge 7: Zwei Systeme

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Jenni Roth wird klar, dass hier in Dresden auch zwei Justizsysteme vor Gericht stehen: das deutsche, das "nur" den Mord verhandeln will, und das eritreische, in Form von Polizeistaat und Diktatur, das die Gegenwart überlagert. Welche Bilder verfolgen die WG-Mitbewohner von Khaled, wenn der Staatsanwalt sie befragt? Wovor genau ist der Angeklagte Hassan geflüchtet? Zum ersten Mal werden die Narben auf seinem Körper erwähnt – sind es Spuren von Folterungen?

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Folge 8: Das Resümee

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Auch wenn Hassan ins Gefängnis kommt und in ein paar Jahren wieder frei – wenn das ohne Therapie geschieht, wird er immer ein in sich Gefangener bleiben. Und noch was wird Jenni Roth klar: ihre eigene Position in der Berichterstattung hat sich verändert. Sie ist von der Beobachterin zur Akteurin geworden, die die Geschichte weiterentwickelt hat.

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Die Recherche im Überblick

Vollbild

Breitband, 29.08. 13.05 Uhr:
Folge 1: Offene Fragen

Echtzeit, 29.08. 16.05 Uhr:
Folge 2: Zwei Männer aus Eritrea

Breitband, 05.09. 13.05 Uhr
Folge 3: Sackgassen

Echtzeit, 05.09. 16.05 Uhr
Folge 4: Asylpraxis in Deutschland

Breitband, 12.09. 13.05 Uhr
Folge 5: Der Prozessauftakt

Echtzeit, 12.09. 16.05 Uhr
Folge 6: Endstation Dresden

Breitband, 19.09. 13.05 Uhr
Folge 7: Zwei Systeme

Echtzeit, 19.09. 16.05 Uhr
Folge 8: Das Resümee










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Deutschlandradio, Körperschaft des öffentlichen Rechts

Postanschrift: Raderberggürtel 40, 50968 Köln
Gesetzlicher Vertreter: Intendant Dr. Willi Steul
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Verantwortlich im Sinne des Rundfunkstaatsvertrages: Andreas-Peter Weber (Programmdirektor)

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Redaktion und Produktion: Kathrin Hof, Jana Wuttke, Margarete Wohlan
Deutschlandradio Kultur 2015

Bildquellen: dpa / picture alliance, Angelika Grossmann 

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Übersicht

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Kapitel 1 Ankunft

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Flucht
Kapitel 2 2 Männer aus Eritrea

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08 demo2 l
Kapitel 3 Sackgassen

Khaled demo

Besuchserlaubnis
Kapitel 4 Asylpraxis und Prozessbeginn

Asyl l

Prozess
Kapitel 5 Der lange Weg zum Urteil

Folge6

Folge7

Folge 8
Kapitel 6 Überblick/Impressum

Recorder

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